Marktanteil vervierfacht: Bing knackt die 10-Prozent-Marke in Deutschland

Bing

Google ist der große Platzhirsch auf dem Markt der Suchmaschinen. Für viele ist der Name schon gleichbedeutend mit Suchmaschinen. Das sieht man unter anderem daran, dass das Wort „googeln“ bereits im Jahr 2004 als Synonym für „im Internet suchen“ oder „recherchieren“ Eingang in den Duden gefunden hat. Vor allem in Europa ist die Suchmaschine unangefochten auf Platz eins. Das gilt auch für Deutschland, wo Google mit einem Marktanteil von über 90 Prozent lange dominiert hat. Doch neue Zahlen aus dem Juni zeigen, dass auch die Suchmaschine Bing in Deutschland inzwischen einen beachtlichen Marktanteil von über 10 Prozent hat. Damit belegt Bing Platz zwei auf dem deutschen Suchmaschinenmarkt. Rund 405 Millionen Suchanfragen aus Deutschland laufen jeden Monat über Bing. Damit hat sich das Volumen der bearbeiteten Suchanfragen seit 2009 von 2,5 Prozent auf 10 Prozent vervierfacht. Doch schnell wurden Stimmen laut, Bing habe die Zahlen nur geschönt. Stimmt das? Und was für Folgen hat das für Google, das sich bisher keine Sorgen um seine Monopol-Stellung machen musste?

Warum ist Bing plötzlich so beliebt?

BingDiese Zahlen klingen beeindruckend. Woher kommt diese Beliebtheit auf einmal? Dieser hohe Marktanteil von Bing ist auf eine Kooperation mit Yahoo und AOL zurückzuführen. Die beiden Suchmaschinen, die einen Marktanteil von 2,8 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent haben, nutzen Bing im Hintergrund. Deshalb zählt Bing die Suchmaschinen dieser beiden Anbieter zum eigenen Marktanteil dazu. Also ist etwa ein Viertel des Marktanteils Yahoo und nicht Bing selber zuzuschreiben. Das macht den herausragenden Fortschritt zum einen aus. Außerdem ist Microsofts Windows 10 mit dem Assistenten Cortana dafür verantwortlich. Denn wenn ein Nutzer von Windows10 die Standardeinstellungen nicht verändert und eine Datei auf seinem PC sucht, laufen seine Anfragen automatisch auch im Internet über Bing, ähnlich wie die von Siri. Also benutzen immer mehr Menschen die Suchmaschine Bing – nicht immer freiwillig. Als Windows10-Nutzer hat man kaum eine andere Wahl. Denn seit dem jüngsten Microsoft-Update kann man Cortana nicht mehr so leicht deaktivieren. Auf diese Weise hat Microsoft seine Suchmaschine Bing erfolgreich pushen können. Ähnlich läuft das auch bei anderen Plattformen wie zum Beispiel Xbox. Auch davon profitiert Bing. Das erklärt die Vorwürfe der geschönten Zahlen, die laut wurden. Diese mögen teilweise berüchtigt sein, aber dennoch lässt sich nicht bestreiten, dass der Trend nach oben besteht. Was hat das für Folgen für Google, den Riesen unter den Suchmaschinen?

Muss Google sich jetzt Sorgen machen?

Für Google sind die neuen Zahlen ein deutliches Zeichen. Zwar wird die marktbeherrschende Stellung, die Google schon seit vielen Jahren innehat, von Bing nach wie vor nicht gefährdet. Aber sie wird deutlich relativiert. In anderen Ländern, wie zum Beispiel den USA, hat Google nur einen Marktanteil von etwas über 50 Prozent. Doch die Tatsache, dass es Bing gelungen ist, die in Europa bisher üblichen 90 Prozent Marktanteil von Google zu schmälern, ist ein großer Erfolg für Windows und seine Suchmaschine. Der deutsche Suchmaschinenmarkt ist in den letzten Jahren immer stärker umkämpft worden. Für Google wird es in der Folge immer schwieriger das Synonym für Suchmaschine zu bleiben. Hinzu kommt, dass viele Nutzer aus datenschutzrechtlichen Gründen auf andere Suchmaschinen zurückgreifen wollen und nach Alternativen zu Google suchen. Eine davon ist Bing. Auch wenn die Entwicklungen auf dem Suchmaschinenmarkt für Google zurzeit noch nicht bedrohlich sind, könnten sie es werden, wenn Microsoft seine Suchmaschine weiterhin so erfolgreich nach oben bringt.

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