Google straft mobile Webseiten mit Pop-Ups ab

Pop-Ups

Lästige Pop-Ups – wer kennt sie nicht? Gerade auf einem kleinen Handybildschirm ist die plötzlich erscheinende Werbung besonders störend. Doch damit ist demnächst Schluss! Denn Google geht jetzt aktiv gegen aufdringliche Pop-Ups vor. Das gibt das Unternehmen in seinem Blog bekannt. Ab Januar 2017 werden Webseiten, die in ihrer mobilen Ansicht überlagernde Pop-Ups und Interstitials einsetzen, mit einem schlechteren Ranking bestraft. Google wird das entsprechende Suchmaschinen-Update am 10. Januar 2017 implementieren, nachdem das Unternehmen bereits im März 2016 angekündigt hatte, dass es Apps mit störender Werbung verbieten will. Google begründet diesen Schritt damit, dass mobile Seiten, die Pop-Ups einsetzen, den Hauptinhalt auf dem Bildschirm eines Smartphones verdecken und deshalb nicht nutzerfreundlich seien. Mit der neuen Regelung will Google die Irritation und Frustration der Nutzer vermeiden und ihnen stattdessen unabhängig vom Endgerät die schnellstmöglichen Suchergebnisse liefern. Doch es sind nicht alle Pop-Ups betroffen.

Aggressive Pop-Ups und Interstitials werden abgestraft

Pop-Ups
Google differenziert bei der Art von Pop-Ups und dem Grad der Beeinträchtigung, die der Nutzer erfährt. So sind Pop-Ups, die beim Aufrufen der Seite oder beim Lesen der Inhalte erscheinen, unzulässig, wenn sie den größten Teil des Bildschirms füllen und so den Hauptinhalt verdecken. Deshalb werden Pop-Ups, die der Nutzer erst wegscrollen muss, mit schlechterem Ranking abgestraft. Das gleiche gilt für Werbungen, die der Nutzer anschauen und dann wegklicken muss, um auf den Inhalt zugreifen zu können. Wenn das nach dem 10. Januar 2017 der Fall ist, wird es von Google in Form einer schlechteren Bewertung geahndet.

Technische und rechtlich gerechtfertigte Pop-Ups dürfen bleiben

Es gibt aber auch Pop-Ups, die aus technischen oder rechtlichen Gründen vorgeschrieben sind. Dazu gehören zum Beispiel eingeblendete Hinweise, die auf die Verwendung von Cookies oder eine Altersbeschränkung der Seite aufmerksam machen. Diese sind von der neuen Regelung selbstverständlich nicht betroffen. Darüber hinaus sind auch Login-Felder für Email-Dienste in Ordnung. Werbebanner sind auch erlaubt, solange sie einen angemessenen Platz einnehmen. Allerdings hat Google noch nicht bekanntgegeben, wie viel das genau ist. Die beiden wichtigen Kriterien sind, dass sie die Nutzer nicht stark vom Inhalt ablenken und leicht weggeklickt werden können.

Wie stark wirkt sich das auf das Ranking aus?

Google hat bisher offen gelassen, wie stark sich eine Missachtung der neuen Regelung auf das Ranking der Webseiten auswirkt. Immerhin ist das nur eines von unzähligen Kriterien, die das Ranking einer Seite beeinflussen. Also könnte eine Seite trotz Pop-Ups weiterhin ganz oben dabei sein, wenn die Inhalte für die Suchanfrage relevant sind. Fest steht allerdings, dass bei sonst ähnlicher Bewertung zweier Webseiten die Seite ohne Pop-Ups das Duell um die bessere Platzierung gewinnen wird und die andere sich mit weniger potentiellem Traffic zufrieden geben muss.
Dieser Schritt kam nicht überraschend. Bereits im September 2015 hatte Google bekanntgegeben, dass es Webseiten mit zu lästigen Interstitials die Bezeichnung mobile friendly nehmen würde, da sie den Nutzer beeinträchtigen. Im Januar 2017 folgt ein weiterer Schritt in die gleiche Richtung.

Welche Folgen hat das für Werbetreibende?

Die Webseiten werden in Zukunft abwägen müssen, ob die Einnahmen von den eingeblendeten Pop-Ups die möglichen Verluste durch schlechteres Ranking ausgleichen. Die Entscheidung wird dementsprechend für jede Webseite individuell getroffen werden müssen. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass Herausgeber, deren Webseiten auf Inhalten basieren, entweder ganz auf lästige Pop-Ups und Interstitials verzichten oder eine deutlich höhere Vergütung verlangen sollten. Die Nutzer von mobilen Webseiten können sich aber in Zukunft über einen deutlichen Rückgang lästiger Werbung freuen.

Copyright Hinweis: © Fotolia.com/stuartmiles

seo-rocketdevider